Netzpaket 2026: Flächenausweisung entscheidet über den Netzanschluss
Der Referentenentwurf macht die Ausweisung in Raumordnungs- und Bauleitplänen zum Priorisierungskriterium. Landesplanung wird netzrelevant.
Der Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums vom Februar 2026 sieht neue Regeln für Netzanschlüsse vor: Kapazitätskarten mit monatlicher Aktualisierung, ein digitales Antragsportal, eine Auskunftspflicht der Netzbetreiber binnen drei Monaten, die Möglichkeit, Kapazität bis zu zehn Jahre zu reservieren, und eine Priorisierung von Anschlussbegehren.
Eines der Priorisierungskriterien ist die Ausweisung der Fläche in Raumordnungs- und Bauleitplänen. Damit wird Landesplanung unmittelbar netzrelevant: Ein Land, das Fokusregionen für Großverbraucher ausweist, verschafft den Standorten in diesen Regionen Vorrang beim Netzanschluss.
Hessen hat im März 2026 eine Rechenzentrumsagenda mit Potenzialflächenkataster vorgelegt. Andere Länder haben noch keine Strategie. Wer die Instrumente zuerst nutzt, wird die Projekte zuerst sehen.
Quelle: BMWE, Referentenentwurf Netzpaket, Februar 2026; Hessische Landesregierung, 26.03.2026.